Die interdisziplinäre Konferenz von Bigorio hat bereits 2008 festgehalten, dass «Spiritualität wesentlich zur ganzheitlichen Versorgung gehört». Daher sei das bio-psychosoziale Modell um die vierte Dimension zu ­ergänzen, hiess es. Die Konferenz plädierte dafür, es ­jedoch nicht nur bei einer isoliert zu verstehenden «Ergänzung» zu belassen, sondern die Interaktionen aller vier Dimensionen ins Auge zu fassen, im Sinne ­einer umfassenden Wahrnehmung des Patienten [1]. So seien spirituelle Ressourcen zu erfassen und zu evaluieren. Entsprechend fordern heute die Nationalen Leitlinien Palliative Care in der Schweiz existenzielle, spirituelle und religiöse Bedürfnisse der Beteiligten gezielt aufzunehmen, um einen Beitrag an die subjektive Lebensqualität wie die Wahrung der Personenwürde zu leisten [2].