Ein älterer Referent aus Deutschland sagte am DRG ­Forum: «Früher gab es einen ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag: Die Ärzte schauen uns und wir schauen für die Ärzte. Aber dieser Vertrag gegenüber uns Ärzten gilt heute nicht mehr.» Die Nachwirkungen dieser Vertragskündigung durch die Gesellschaft sind gut spürbar: Sitzt man am Tisch mit jenen, die die Leistungen bezahlen, herrscht vielfach Misstrauen gegenüber unserem ärztlichen Tun, und als Folge muss die erbrachte Leistung immer detaillierter nachgewiesen werden. Das Resultat sind über 1000 DRGs, ungezählte CHOPs und ungefähr 2500 Positionen im TARDOC. Gleichzeitig frisst die damit erforderliche Leistungserfassung unsere Zeit am Patienten weg. Abends erfassen wir die Leistungsminuten des Tages patientenscharf in unseren Abrechnungssystemen, damit die nächste Version der DRG noch besser wird, statt dass wir eine Vertrauen schaffende «Bettmümpfeli-Visite» am Krankenbett machen können. Kommen wir dann spätabends müde nach Hause, kontrollieren wir selbst sehr genau die Rechnung des letzten Autoservice auf deren Plausibilität.