ÄPOL-Ärzte fordern ein Moratorium für Organspenden nach Herztod

1. Forscher der renommierten Yale School of Medicine, New Haven, USA, konnten totgeglaubte Hirnzellen von Schweinen vier Stunden nach Stopp der Sauerstoffzufuhr wieder teilweise zum Funktionieren bringen [1]. Damit wird massiv in Frage gestellt, dass die Hirnzellen beim Menschen fünf Minuten nach Herzstillstand irreversibel abgestorben sind und diese Menschen für tot erklärt werden können. Dies aber ist gemäss Schweizer Transplantationsgesetz für die Feststellung des Todes und die nachfolgende Organentnahme erforderlich (Artikel 9, Todeskriterium und Feststellung des Todes, Absatz 1: «Der Mensch ist tot, wenn die Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms irreversibel ausgefallen sind»). Eine Bestätigung der Studienresultate in Zukunft könnte zu ­einem Verbot von Organentnahmen fünf ­Minuten nach einem Herztod, wie sie heute in der Schweiz durchgeführt werden, führen. (Solche Organspenden sind übrigens in Deutschland seit jeher verboten, und die Spitäler lehnen alle Organe ab, die von solchen Entnahmen stammen.)