Wir sind Kolleginnen an der Universität Zürich, die eine an der Philosophischen, die andere an der Medizinischen Fakultät. Die eine träumte schon lange von einem Essaywettbewerb für Medizinethik-Studierende, die andere setzt sich ein für Brückenschläge zwischen Literatur und Wissenschaft und für das kreative und reflexive Schreiben für Mediziner. So entwickelten wir den Premio Pusterla Junior am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte der Universität Zürich, führten ihn am 7. März 2018 in Zürich erstmals durch, in Anwesenheit des Preisstifters, Dr. med. Edio Pusterla, Lugano. Der Siegertext wurde in der Ausgabe 28–29 der Schweizerischen Ärztezeitung abgedruckt [1]. Damals warf die lebhafte Debatte der live auf der Bühne diskutierenden Jury Grundsatzfragen auch nach der Gattung auf: Was zeichnet einen guten Essay aus? Und was ist ein Essay überhaupt?