Traditionell werden im zwölften und letzten Monat die Jahresrückblicke angegangen. Sei es im privaten Umfeld, in der Presse oder anlässlich von Mitarbeitergesprächen; wir schauen zurück und prüfen, ob gut war, was war. Wir gehen meist davon aus, ein Jahr sei gut ­gewesen, wenn es das gebracht hat, was wir von ihm erwartet, und wir unsere Ziele erreicht haben. Nehmen wir unsere Prognose als Massstab, können wir im Rückblick wohl kaum je ein Jahr als «gut» bezeichnen. Denn wann immer wir zurückschauen, erkennen wir, dass vieles anders gekommen ist als ­geplant. Sollten wir deshalb unseren Jahresrückblick nicht auch danach beurteilen, ob es uns ­gelungen ist, Unerwartetes zu antizipieren und den Fokus anzupassen? Also eine Planänderung vor­zunehmen und das, was auf den ­ersten Blick als ­unerwartete, allenfalls gar unerwünschte Veränderung daherkommt, als Chance zu packen? Was für ein Glück, dass nicht immer alles so kommt, wie wir es gerne hätten.