Jährlich wird in Kanada und in den USA im Februar der Black History Month gefeiert. Er soll an den Beitrag der Afroamerikaner an die Geschichte des Landes erinnern. Ein bedeutsamer Anlass, zu dem der Online-Buchhändler Barnes & Noble einen originellen Beitrag leisten wollte. Man wolle das kritische Bewusstsein schärfen, hiess es da, zumal die klassische Literaturwahrnehmung einseitig weiss geprägt sei. Zwölf Jugendbücher wurden ausgewählt und mit jeweils fünf verschiedenen Buchumschlägen publiziert. Heldinnen und Helden stehen als ethnisch separate Cover-Versionen zur Auswahl. Die Inhalte bleiben unverändert, aber Moby Dick, Alice im Wunderland, Frankenstein oder Romeo und Julia wechseln Hautfarbe und Kostüm. Ein wütender Shitstorm zwang den Verlag zum schleunigsten Rückzug. Die Rede war von literarischem blackfacing und antirassistischer Kosmetik. Die angemessene Repräsentation ethnischer Minderheiten ist in den USA ein heisses Eisen. Zeitgleich zum Buchcover-Debakel wurde eine Bestsellerautorin, notabene mit puertoricanischen Wurzeln, angefeindet, weil sie das Schicksal einer mexikanischen Mutter und ihres Sohnes schilderte. Für Hardliner dürfen nur originale Mexikaner ihre Geschichte schreiben. Eine geplante Lesereise wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.