Am 9. Februar dieses Jahres stimmte die Schweizer ­Bevölkerung mit grosser Mehrheit dafür, Homophobie künftig strafbar zu machen. Da ich bei meiner frü­heren Tätigkeit als Kantonsarzt von diesem Thema ­betroffen war, möchte ich unterstreichen, dass solche Entwicklungen kein Zufall sind, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen von engagierten Fachleuten. Dabei spielen sexuelle Aufklärung sowie ­vermehrter Respekt gegenüber Menschen, die von gängigen Stereotypen abweichen, eine Rolle. Anfeindungen durch zivile und religiöse Instanzen blieben dabei nicht aus, aber es findet ein Wandel statt, ­vergleichbar mit demjenigen, der vor dreissig Jahren wesentlich im Kampf gegen Aids geholfen hat.