Das Meikirch-Modell besagt, dass derjenige Mensch gesund ist, der die Anforderungen des Lebens erfüllen kann*. Dafür bestehen im Meikirch-Modell (Abb. 1) zwei Ressourcen, ein biologisch gegebenes Potenzial (BGP) und ein persönlich erworbenes Potenzial (PEP). Sie werden Potenziale genannt, weil jeder Mensch sie nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft brauchen will. Das Wesen des BGP ist biologisch, vorhanden in jedem biologischen Organismus. Bei der Geburt ist es am grössten und nimmt anschliessend fortlaufend ab. Die Verantwortung für die Gesundheit liegt allein im PEP und muss in fünf verschiedene Richtungen wahrgenommen werden, in Abbildung 1 visualisiert durch fünf rote Doppelpfeile [1]. Das PEP ist bei der Geburt noch sehr klein. Es entwickelt sich während des ganzen Lebens als Teil eines komplexen adaptiven Systems (KAS) fortlaufend weiter. Dabei ist der Umstand bedeutungsvoll, dass der «Driver dieses Systems» – d.h. die oder der Betroffene – nicht über die volle Kontrolle des Systems verfügt. Im System gibt es auch Kräfte, die sich nicht einfach unterordnen lassen, sondern für ihre Integration eine spezielle Entwicklung des PEP erfordern.