Was für ein Jahr! Für mich persönlich begann 2020 mit einer notfallmässigen Spitaleinweisung. Ich kann mich noch gut an den Abend erinnern, als zwei Pflegefachfrauen auf ihrer letzten Runde auch bei mir am Bett haltmachten. Wie üblich scherzten wir über dies und das, und ich zeigte den beiden eine Fotomontage, die mir ein Freund geschickt hatte. Das Bild zeigte eine Gruppe Bierflaschen eines amerikanischen Herstellers – alle mit Mundschutz. Ihnen gegenüber stand eine ­Corona-Bierflasche ohne Mundschutz. Die Bedrohung durch «das Virus aus Wuhan» war im Januar zwar zunehmend in den Medien präsent, für uns im Spitalzimmer jedoch bloss ein Lacher vor dem Lichterlöschen wert. Als ich das Spital einen Monat später verlassen konnte, hatte sich das Bild bereits eingetrübt. Alle im Eingangsbereich für die Besucher bereitgestellten ­Masken waren weggeräumt, die Schlagzeilen über das Coronavirus wurden lauter und bedrohlicher.