«Prävention ist ein wichtiges Thema bei der medizinischen Betreuung in der Grundversorgerpraxis. In jeder zweiten Konsultation geht es um Übergewicht, Dia­betes, Atemwegserkrankungen oder Suchtverhalten. Aber es sind oft schwierige und frustrierende Themen.» So oder ähnlich äussern sich viele Grundversorgerinnen und Grundversorger zum Thema Prävention in der Arztpraxis [1]. Dafür, dass die Themen oft als schwierig oder frustrierend empfunden werden, gibt es mehrere Gründe. Erstens: Präventive Massnahmen zielen meist auf die Reduktion von Risikofaktoren und auf die Stärkung von Schutzfaktoren, die beide oft nur über Verhaltensänderungen zu erreichen sind. Verhaltensänderungen zu erreichen ist insofern schwierig, als sie untrennbar mit der Motivation des Patienten oder der Patientin verbunden sind und mit Rückschlägen und Misserfolgen einhergehen [2]. Sie benötigen entsprechend Geduld von allen Seiten. Zweitens braucht die Beratung in Zusammenhang mit Prävention Zeit – und diese wurde für die ärztliche Konsultation durch die bundesrätlichen Tarifeingriffe limitiert.