Im Schweizer Gesundheitssystem besteht eine Überversorgung: Laut einer Studie, die 2012 im Auftrag der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften durchgeführt wurde, sind zwischen 20 und 30% der medizinischen Eingriffe überflüssig [1]. Diese Fehl- und Überversorgung hat negative Auswirkungen auf die Qualität der Gesundheitsversorgung und deren Kosten [2]. Für diese Tatsache ist auch, aber nicht nur die Ärzteschaft verantwortlich: Einige Patientinnen und Patienten erwarten oder fordern sogar eine bestimmte Abklärung oder Therapie, auch wenn diese aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll ist. Die Auf­klärung über potenziell gefährliche oder sinnlose Behandlungen kann anspruchsvoll und zeitaufwendig für den Behandelnden sowie die Patientin oder den Patienten sein. Die Gefahr besteht, dass sich Patientinnen und Patienten nicht ernst genommen fühlen und zu einem anderen Arzt wechseln.