Als im Jahr 1872 der Ordinarius für Physiologie und spätere Rektor der Universität Zürich Professor Ludimar Hermann eine Schrift zum «Frauenstudium» ­publizierte, fürchtete er «das grenzenlose Unglück […], das die Universität vernichten würde, dass nämlich […] die Zahl der Studentinnen eines Tages grösser würde als die der Studenten» [1]. Diese damals ernsthafte Sorge mehrerer wissenschaftlicher Autoritäten löst heute bestenfalls ein Lächeln oder Kopfschütteln aus. Seit 15 Jahren absolvieren in der Schweiz jedes Jahr mehr Frauen als Männer ein Studium der Humanmedizin – und sowohl die Universität Zürich als auch unser Berufsstand entwickeln sich weiter.