Das Staatsexamen in Zeiten von COVID: Praktikum statt praktischer Prüfung (mit Replik)
Das praktische Staatsexamen wurde vor einiger Zeit aufwendig umstrukturiert: seit ein paar Jahren durchlaufen die Studentinnen und Studenten einen sog. «Postenlauf», wobei jeder Posten einer anderen Situation im medizinischen Alltag mit Hilfe von Schauspielern nachempfunden ist. Es versteht sich von selbst, dass ein so aufwendiges Examen zu COVID-Zeiten schwierig zu organisieren ist. Die zuständige Prüfungskommission der medizinischen Fakultäten der Schweiz hat dies bereits Ende März 2020 dem BAG mitgeteilt. Im April wurde der jetzt vom Bundesrat genehmigte Vorschlag erstmals an die Präsidentin der fakultären Kommission herangetragen, die umgehend die Probleme aufzeigte, welche diese Regelung hätte. Die fakultäre Kommission schlug in der Folge Alternativen für das praktische Examen vor, welche es erlauben würde, das Examen wie vorgesehen 2020 an der jeweiligen Fakultät abzuschliessen. Trotzdem hat das BAG die denkbar schlechteste Lösung vom Bundesrat genehmigen lassen: ein sechswöchiges Praktikum, währenddem die Kandidatinnen und Kandidaten «evaluiert» werden – gestützt auf ein Raster, das noch nicht existiert. Dabei ist vorgesehen, dass sie erst nach Praktikumsabschluss ihr Diplom erhalten. Die zuständige Präsidentin der Prüfungskommission der medizinischen Fakultäten ist sofort nach dem Entscheid des Bundesrates zurückgetreten.