«Grüessech, Herr Dokter.» So begann manche Kon­sultation in der Hausarztpraxis meines Vaters im Emmen­tal. Anamnesegespräche mit Patientinnen und Patienten, das Blutdruckmessen und Untersuchen im Behandlungszimmer waren mir schon von klein auf vertraut. Als Kind durfte ich meinen Vater ab und zu in die Praxis begleiten. Von jeher wissbegierig, spielte es keine Rolle, dass ich den Inhalt der Gespräche nicht wirklich verstehen konnte – der Mikrokosmos der ­Praxis war stets ein aufregender Ort für mich. Ich er­innere mich gut an die anatomischen Modelle, die ­geheimnisvollen Gerätschaften, die freundlichen Praxisassistentinnen, die mir ab und zu Süssigkeiten zugesteckt haben … Später habe ich das Privileg, jederzeit niederschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung zu haben, immer mehr zu schätzen gelernt. Aus­serdem konnte ich mir quasi nebenbei doch ein paar (natürlich äusserst basale) Kenntnisse im medizinischen Bereich aneignen. So konnte ich etwa den Unterschied zwischen Bakterien und Viren, was bei Dia­betikerinnen und Diabetikern im Körper passiert, und andere medizinische Wissenshappen bereits in meiner Kindheit aufschnappen.