Die globale Alzheimer-Forschungscommunity sieht sich in diesen Tagen mit einem Fälschungsskandal konfrontiert. 2006 publizierte der französische Neurowissenschaftler Sylvain Lesné, Forscher an der University of Minnesota, USA, in der Fachzeitschrift Nature ein Bild eines bis dahin unbekannten Moleküls namens Aβ*56, dessen Existenz nun grundsätzlich in Frage steht. Es schien in Ratten Demenz auszulösen. Zu einer Zeit, in der immer noch mehrere Ideen zur Entstehung der Krankheit kursierten, untermauerte die Studie vermeintlich die Hypothese, dass amyloide Plaques im Gehirn Alzheimer entstehen lassen. Sie wurde in der Folge von anderen Forschenden rege ­zitiert. Seither manipulierte Lesné mutmasslich Abbildungen in weiteren 20 Publikationen. Die Untersuchungen dazu sind noch im Gang. Bis diese abgeschlossen sind, wird sich auch die University of Minnesota nicht zum Vorfall äussern.