Die psychischen Folgen der COVID-19-Pandemie sind in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Die Swiss Corona Stress Study der Universität Basel hat in einer Online-Umfrage einen erhöhten Level an subjektiv empfundenem Stress und Symptome von Depressivität und Angstsymptomen festgestellt, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen [1]. Allerdings existieren in der Schweiz keine öffentlich zugänglichen belast­baren Daten, ob sich dieser erhöhte subjektiv empfundene Stress in einer Zunahme von klinisch relevanten und behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen niederschlägt. Aus diesem Grund hat die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) mittels einer explorativen Online-Umfrage bei ihren Mitgliedern evaluiert, ob und wie sich die Nachfrage nach ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen während der Pandemie verändert hat. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Befunde zusammen.