Ein Covid-19-Impfstoff muss in erster Linie sicher, in zweiter Linie sicher, drittens sicher und viertens wirksam sein. Warum ist die Sicherheit so hoch zu gewichten? Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass bezogen auf die Gesamtbevölkerung bei über 90% aller Infizierten mit Covid-19 die Infektion leicht verläuft, insbesondere bei jüngeren Personen. Dies ist zu berücksich­tigen, falls eine Impfung von Gesundheitspersonal in Erwägung gezogen wird, welches weder vom Alter noch von den Begleiterkrankungen her einen schweren Verlauf erleiden würde. Zudem hätten Sicherheitsprobleme das Potenzial, Impfungen generell in Misskredit zu bringen – was aus Public-Health-Sicht einem Gau gleichkommt. Diese Aussagen erfolgen durchaus im Wissen, dass die Zeit drängt und es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Es würde aber nicht angehen, bisherige Standards bezüglich Sicherheit in der Impfstoffherstellung leichtfertig über Bord zu ­werfen. Allfällige Nebenwirkungen autoimmuner Genese benötigen mindestens sechs Monate Beobachtungszeit nach der Impfung. Nochmals komplexer wird es, falls Booster-Impfungen erforderlich würden.