Nein, er selbst habe noch nie das Bedürfnis gehabt, Teilzeit zu arbeiten. Er liebe seine Arbeit und möchte diese auch zu 100 Prozent ausüben. Auch seine Lebensumstände erforderten keine Reduktion des Arbeitspensums, wie Kristian Schneider gleich zu Beginn unseres Gesprächs in seinem Büro in Biel zugibt. Doch der heute 49-jährige CEO des Spitalzentrums Biel hat bereits bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren versichert, dass er als Spitaldirektor «die kommenden strategischen Weichenstellungen dezidiert an die Hand nehmen und ebenso die aktuellen wie die künftigen Herausforderungen angehen und erfolgreich meistern will». Zu den dringlichsten Herausforderungen gehöre heute die Reorganisation der Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft in den Spitälern, betont Kristian Schneider. Dabei spiele vor allem eine kulturelle Thematik eine immer wichtigere Rolle: «Die Vereinbarkeit von Teilzeitarbeit und Karriere ist ganz sicher ein Schlüsselthema für die Frage, ob wir in Zukunft genügend und vor allem die richtigen Fachkräfte finden, um unsere Leistungen erbringen zu können.» Schon früh sei ihm klar gewesen, dass es nicht die Spitalliste sei, die darüber entscheide, welche Leistungen von einer Institution erbracht würden. Entscheidend würde künftig sein, ob sich die benötigten Fachkräfte für die angestrebten Leistungen finden liessen. «Und genau hier stellt sich für mich die Frage, welche Arbeitszeitmodelle wir unseren Mitarbeitenden anbieten», so Schneider.