Führen Sie auch Ihre Videokonferenzen in der Jogginghose durch? Nein? Ich auch nicht. Ich halte nichts ­davon. Ich kann mich in meiner Berufskleidung viel besser konzentrieren. Macht der Gewohnheit, wahrscheinlich. Cisco Webex, Zoom, Microsoft Teams, Skype und wie sie alle heissen, eigentlich ein Erfolg der Pandemie. Wir können weiterhin zusammenarbeiten, vernetzt bleiben und haben nebenbei noch gelernt, dass man nicht für jedes internationale Meeting durch die Welt fliegen muss. Aus ethischer Sicht ist das interessant, denn die Errungenschaft der Gruppenvideo­anrufe ist uns allen kulturell relativ neu. Der Wert der Videokon­ferenzen ist unbestritten, aber ihre Durchführungsregeln sind gesellschaftlich noch nicht fix etabliert. Die «Normen» sind noch unklar. Wir alle erinnern uns noch, wie linkisch und unsicher wir letztes Jahr un­seren ersten «Online-Unterricht» oder unser erstes «Online-Meeting» durchgeführt haben. Mittlerweile haben wir mehr Praxis, die Normen schwimmen trotzdem noch etwas. Ich möchte dazu sieben Punkte skizzieren – augenzwinkernd –, denn in ein paar Jahre­n wird solch eine Kolumne keinen Sinn mehr machen, dann sind die Anstandsregeln für Telekonferenzen ­sicherlich Schulstoff.