Die Schweiz investiert hohe Beträge in die medizinische Forschung. Allerdings finden bloss etwa 14 Prozent der Ergebnisse ihren Weg in wissenschaftliche Publikationen [1]. Im Schnitt dauert es gar 17 Jahre [2], bis sie in die Routine der gesundheitlichen Praxis einfliessen. In der Fachwelt ist daher von einer «undichten Forschungspipeline» die Rede, die allzu viele Ressourcen – finanzielle Mittel, Forschungsanstrengungen, Erkenntnisse – ungenutzt versickern lässt. Ein Aderlass, der auch den Patientinnen und Patienten schadet: Statistischen Auswertungen zufolge erhalten zwischen 30 und 40 Prozent der medizinisch behandelten Personen eine Therapie, deren Wirksamkeit nicht belegt ist; bis zu 25 Prozent erleiden gar eine schädliche Behandlung [3].