In der Grundversicherung hat die Generationensolidarität eine lange Tradition.
Im Rahmen der Covid-19-Pandemie drehten sich private, politische und mediale Diskussionen oftmals um die fundamentale Frage, wie viel die Gesundheit kosten darf. Die getroffenen Massnahmen warfen Fragen der Verhältnismässigkeit auf: Wie viele Einschränkungen und wie hohe Kosten sind für wie viel gerettete ­Lebenszeit gerechtfertigt? Der Bundesrat betonte die Notwendigkeit, «eine gute Balance zu finden zwischen gesundheitlichen Massnahmen und wirtschaftlichen Auswirkungen» [1] bzw. eine «Güterabwägung zwischen Gesundheit, Wirtschaft und öffentlichem Leben» vorzunehmen [2]. Darüber, wie dieser «politische Trade-off» [3] aussehen sollte, gingen die Meinungen aus­einander. Während Vertreter der SVP betonten, dass Gesundheit und Gesundheitswesen auch mit dem Erhalt einer laufenden Wirtschaft und Arbeitsplätzen geschützt werden müssten [4], betonten SP-Vertreter, die Gesundheit würde «durch grosszügigere finanzielle Hilfe» geschützt. «Problemlos» könne sich die Schweiz «viele weitere Milliarden leisten», zumal sich jeder ­investierte Franken «mehrfach bei den gesundheit­lichen und sozialen Folgekosten» auszahle. Dank Negativzinsen werde man «sogar bezahlt fürs Schuldenaufnehmen» [5].