Mittlerweile ist bekannt, dass Frauen und Männer auf unterschiedliche Weise erkranken und anders auf Medikamente reagieren. «Rund 8000 Veröffentlichungen pro Jahr belegen Geschlechterunterschiede, doch werden diese in der Praxis noch nicht genügend anerkannt», sagt Prof. Cathérine Gebhard, Kardiologin und SNF-Professorin an der Universität Zürich. Die Referentin äusserte sich zu diesem brisanten Thema im Rahmen der Veranstaltung «Gendermedizin – das Geschlecht spielt medizinisch eine wichtige Rolle». Das Problem bestehe darin, dass der Grossteil der Forschung auf einen durchschnittlich 70 kg schweren Mann ausgerichtet sei und weitere Daten fehlen würden, um eine geschlechtsspezifische Medizin in die Tat umsetzen zu können.