Kinder sind vom ersten Tag an ihres Lebens Patientinnen und Patienten, und sie sind besonders verletzlich. Zunächst ganz auf Schutz und Fürsorge angewiesen, wird ihre eigene Perspektive, je älter sie werden, umso bedeutsamer. Jeder medizinische Eingriff setzt die informierte Zustimmung der betroffenen Person voraus, sie ist Ausdruck der Selbstbestimmung und wahrt die körperliche Integrität. Doch ab wann dürfen Kinder und Jugendliche in medizinischen Angelegenheiten selbst entscheiden, zum Beispiel ob sie sich gegen Corona impfen, eine Ohrenkorrektur vornehmen oder eine Essstörung behandeln lassen wollen? Und wenn die Entscheidung noch bei den Eltern liegt: Sind diese ganz frei? Können sie Eingriffe wünschen, die medizinisch nicht unbedingt erforderlich sind? Und können sie Eingriffe, die medizinisch erforderlich sind, ihrem Kind verweigern?