Clint Eastwood ist unterdessen 91-jährig – an Dirty Harry und seine Western erinnern sich noch einige von uns. Cry Macho heisst sein neuer Film (2021). Macho ist nicht eine Anspielung auf seine Rollen in den alten Filmen, sondern der Name des Hahns des Jungen, den er im Auftrag eines alten Amerikaners von Mexiko in die USA bringen soll. Der 14-jährige Junge lebt mit seiner mexikanischen Mutter dort. Deren Leben ist das einer wohlhabenden, alkoholsüchtigen Frau mit Bodyguards, sein Leben ist auf der Gasse mit seinem Kampfhahn «Macho». Vielleicht ist es Clint Eastwoods letzter Film. Sein Umgang mit dem Altern berührt. Jüngere Frauen in gewissen Lebenssituationen finden auch den alten Mann immer noch interessant. Das werfen Kritikerinnen und Kritiker dem Film vor – man will das nicht richtig glauben. Wieso eigentlich nicht? Aber wortkarg, kauzig wie immer, führt er als bedächtiger, vorsichtig aus dem Auto aussteigender, alter Mann seinen Auftrag aus. «I used to do a lot of things», sagt er, «take care, kid», fügt er langsam an, und man glaubt es ihm.