«Die Mehrheit der Hausarztpraxen kann ihre CO2-­Bilanz deutlich senken.» Diese Aussage stammt von ­Nicolas Senn, Leiter der Abteilung Hausarztmedizin bei Unisanté und Mitautor der ersten Studie, die den CO2-Fussabdruck der Arztpraxen in der Schweiz untersucht hat. Wenn die Ärzteschaft angesichts der Klima­krise Alarm schlägt, kann sie selbst durch ihre tägliche klinische Praxis zur Trendumkehr beitragen. Das Gesundheitssystem verursacht 6,7% der nationalen Treib­hausgas-Emissionen, was die Schweiz unter den vier grössten Klimasündern platziert [1]. Von diesen 6,7% sind 80% dem Spitalwesen zuzuschreiben, und 20% stammen aus dem ambulanten Bereich. Allgemeinpraxen machen zwar nur 1% des Gesundheitssektors aus, sie bergen aber das Potenzial zur Reduktion ihres CO2-Fussabdrucks um den Faktor 10 bei den am schlechtesten abschneidenden Praxen [2].