Sie haben es sicher selbst auch schon erlebt: Der Spezialist hat die gleichen Werte noch einmal abgenommen, medizinische Aufnahmen mussten wiederholt werden und Vorbefunde wurden höchstens ausgedruckt mitgebracht. Ein präziser und vollumfänglicher Blick auf den Krankheitsverlauf stellt sich meist ineffizient dar. Die Unzulänglichkeiten unseres Gesundheitssystems konnten wir während der Pandemie in Echtzeit mitverfolgen. Selten wurden so viele Daten gesammelt. Die Situation erforderte eine rasche Entscheidungsfindung zu weitreichenden Massnahmen. Gleichzeitig war die vorhandene Datenmenge eine einmalige Chance für medizinische Forschungsarbeit. Doch genaue, gebündelte Zahlen waren Mangelware, wurden nachkorrigiert und sogar geschätzt. Bedarfsplanung beispielsweise sowie Bereitstellung von Bettenkapazitäten waren schlicht unmöglich. Und bei der Datenerhebung in Echtzeit, wie bei der hausinternen Massentestung an der ETH, scheiterte die Übermittlung der aktuellen Zahlen ans BAG zu Beginn an der fehlenden Schnittstelle.