Eine solche Situation habe ich noch nie erlebt», sagt Daniel Borer, Leitender Arzt der Klinik für Anästhesiologie am Kantonsspital Winterthur (KSW). Es mangle an allen möglichen Medizinprodukten. Bei Verbrauchsartikeln wie sterilen Abdeckungen könne man sich gut mit Ersatzprodukten behelfen, problematisch sei es, wenn Spezialmaterial ausbleibe. Als Beispiel nennt der Anästhesist einen Jet-Tubus, mit der sich die Atembewegungen für bestimmte Operationstechniken stark verringern lassen. «Minimalinvasive Verfahren wie die Verödung eines Lebertumors, für das wir das Know-how aufgebaut haben, können wir nur mit dem entsprechenden Material anbieten.» Fehlt der Tubus, muss ein Tumor mittels eines komplexen Baucheingriffs entfernt werden, «eine Technik, die den Patienten in diesem Fall unnötig belastet». Weil nicht absehbar ist, ob man den Spezialtubus auch künftig bekommt, habe das KSW sämtliche noch verfügbare Bestände erworben. Und wenn dieser Vorrat aufgebraucht ist? Daniel Borer dreht die Handflächen nach oben: «Dann hat die Patientin noch die Option, sich zum Beispiel in Paris nach dieser Methode operieren zu lassen.»