Suizidalität in der Schweiz
Die Anzahl der Suizide (ohne assistierte Suizide) in der Schweiz ist seit den 80er Jahren leicht rückläufig. Im Jahr 2020 lag sie mit 972 Fällen erstmals seit über 60 Jahren unter 1 000 [1]. Nach wie vor führen Suizide jedoch jährlich zu mehr Todesfällen als Strassenverkehrsunfälle, Aids und Vergiftungen mit psychoaktiven Substanzen zusammen. Die Suizidrate steigt mit zunehmendem Alter an. Suizidversuche hingegen sind bei Jugendlichen besonders häufig, dies hat sich bei jungen Frauen während der Coronapandemie leider noch verschärft [2]. Suizide und Suizidversuche sind Ausdruck menschlicher Verzweiflung. Sie belasten auch das Umfeld von suizidalen Personen und treten überwiegend im Zusammenhang mit Krisensituationen oder schweren, lang andauernden körperlichen oder psychischen Belastungen auf. Bis zu 90% der Betroffenen leiden zum Zeitpunkt ihres Suizides an einer psychischen, oft behandelbaren Erkrankung, am häufigsten einer Depression [3]. Suizidale Menschen wollen in der Regel nicht sterben, sondern ihr unerträgliches Leid beenden. Durch evidenzbasierte Massnahmen zum passenden Zeitpunkt können Suizide daher oftmals verhindert werden. Viele Faktoren spielen mit, wenn es zu suizidalen Handlungen kommt. Daher ist es wichtig, dass die Prävention auch bei verschiedenen Handlungsfeldern ansetzt. Eine davon ist die ärztliche Grundversorgung.