Dass heute ein ärztliches Vollzeitäquivalent in der Schweiz 55 Wochenarbeitsstunden entspricht, und wir bei einer durchschnittlichen ärztlichen Tätigkeit von 48 Stunden pro Woche von Teilzeit sprechen, ist lediglich noch der zunehmenden Überalterung der Ärzteschaft geschuldet. Die junge Generation fordert landesübliche Arbeitspensen ein. Auch die kürzlich veröffentlichte Analyse des International Health Policy (IHP) Survey 2022 der US-Stiftung Commonwealth Fund (CWF) im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeichnet dieses Bild: Während 2015 noch 12% der praxisambulant tätigen Grundversorgerinnen und Grundversorger über das Pensionsalter von 65 Jahren hinaus tätig waren, lag diese Zahl 2022 bei 18%. Die nachrückenden Generationen bis 54-jährig sind nun deutlich weiblich geprägt: Der Anteil Ärztinnen in der praxisambulanten Grundversorgung ist von 32,9% im Jahr 2015 auf 45,9% im Jahr 2022 gestiegen. Wenn Sie, sehr verehrte Lesende, sich mit diesen Zahlen im Hinterkopf den Grössenordnungen der genderspezifischen Pensen zuwenden, wird rasch klar, dass sich eine weitere Zunahme der schon bestehenden Versorgungsengpässe abzeichnet.