Die Verwendung von Anabolika und anderer form- und leistungsfördernder Substanzen (sogenannte image and performance enhancing drugs IPEDs) stellt weltweit ein in der Prävalenz zunehmendes Phänomen dar. In der Schweiz konsumieren schätzungsweise über 200 000 Personen IPEDs. Diese Substanzen werden häufig verwendet, um einem bestimmten Körperbild zu entsprechen oder eigene sportliche Leistungsziele zu erreichen. Neben der körperlichen Wirkung werden diese Substanzen häufig auch aufgrund der mittelfristig positiven psychotropen Wirkung konsumiert; insbesondere zur Verbesserung des Antriebs und Affekts, des Selbstwertgefühls und zur Steigerung des sexuellen Empfindens. Der IPED-Gebrauch ist bei Menschen, die nicht wettkampfmässig Sport betreiben, deutlich häufiger als deren Einsatz als Dopingmittel im Wettkampfsport. IPEDs sind gefördert von sozialen Medien, Schönheits- und Leistungsidealen. Sie sind mittlerweile zum Massenphänomen im Breitensport geworden, wobei schon Jugendliche ebensolche Substanzen einnehmen, mit teilweise irreversiblen Folgen.