Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden in den Gesundheitsinstitutionen ist einer der zentralen Sicherheitsaspekte im Gesundheitswesen. Vorherrschende oder antizipierte Hierarchiestrukturen können jedoch die Kommunikation erschweren. Der Umgang mit ethischen Dilemmata, Emotionen, Ängsten und hohem Zeitdruck tut das Übrige dazu. Sicherheitsbedenken anzusprechen ist nicht einfach. Wenn Mit­arbeitende trotz Sicherheitsbedenken schweigen, ist das oft das Resultat eines komplexen Abwägungs­prozesses. Betroffene befürchten, Beziehungen zu gefährden, andere blosszustellen oder das Gegenüber zu verunsichern. Studienergebnisse aus den USA veranschaulichen das Problem: In der «Silence skills»-Studie von Maxfield et al. [1] aus dem Jahr 2005 hatten mehr als die Hälfte der befragten Fachpersonen Fehler, ­Regelverletzungen oder inkompetentes Verhalten beobachtet. Jedoch nur eine von zehn Personen hatte ihre Bedenken ausgesprochen.