Aktuell leben zwischen 13 000 und 20 000 Menschen in der Schweiz mit HIV. Die Erfolge in der Behandlung von HIV haben das Gesicht dieser Krankheit fundamental geändert. HIV ist eine in der Mehrzahl der Fälle gut kontrollierbare, chronische Krankheit geworden. Bei werdenden Müttern mit HIV-Infektion kann heute durch eine konsequente Behandlung eine Übertragung auf das Kind fast in jedem Fall verhindert werden. Die opportunistischen Erkrankungen werden deutlich weniger häufig beobachtet, und internistische Probleme stehen heute bei vielen HIV-Patienten im Vordergrund. Mit einer oder zwei Kombinationstabletten pro Tag kann die HIV-Replikation bei den meisten Infizierten unterdrückt werden, so dass die so Behandelten das Virus nicht mehr weitergeben können. Erhielten alle Menschen weltweit eine solche Behandlung, könnte HIV sogar eliminiert werden. Aktuelle Programme der UNAIDS zielen denn auch darauf hin, diese Behandlungen auch in ressourcenarmen Ländern einzusetzen. So sollten 90% der Menschen mit HIV von ihrer Infektion wissen, 90% davon Medikamente erhalten und bei 90% davon sollte die Plasma-HIV-RNA nicht mehr nachweisbar sein, so dass sie nicht mehr infektiös sind.