Die Veröffentlichung der neuen Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) «Umgang mit Sterben und Tod» [1] hat beim FMH-Vorstand und bei der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich zu recht heftigen Reaktionen geführt. Warum kann ein ethischer Standpunkt so starken Widerstand auslösen? Dahinter steht meines Erachtens, dass die FMH es sich zur Gewohnheit gemacht hat, ethische Empfehlungen der SAMW in unveränderter Form in ihre Standesordnung zu übernehmen. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Ethik (reflektiert und gewichtet), Standesordnung (gibt den Mitgliedern eines Berufsstandes Richtlinien) und Recht (ermächtigt oder verbietet).