Auf Einladung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg erwarteten mich am Nachmittag des 28. Februar 80 Studierende im 2. Jahr des Bachelor-Studiengangs um 15.15 Uhr für zwei Unterrichtseinheiten zum Thema Zwangsmigration. Ich stelle ihnen meine Themen vor: Epidemiologische Realitäten, nationale und lokale Massnahmen zur Betreuung von Zwangsmigranten, spezielle Pathologien und Schlussfolgerungen über den Nutzen des Erwerbs kulturübergreifender klinischer Kompetenzen, um so eine gleichwertige Pflege für Minderheiten (nicht nur mit Migrationshintergrund) bereitstellen zu können. Um 17.40 Uhr bin ich noch immer im selben Auditorium und die Fragen aufmerksamer Jugendlicher mit mir zugewandten, interessierten Gesichtern finden kein Ende. Ein Gefühl der Zufriedenheit durchströmt mich angesichts der Tatsache, dass eine meiner Hauptaktivitäten im Ausbildungsbereich liegt. Am 21. März erwarten meinen Linguisten-Kollegen und mich um die 100 Studierende im 1. Jahr des Master-Studiengangs der Universität Lausanne zum Thema Umgang mit tauben und schwerhörigen Patientinnen und Patienten. Die 15-minütige Pause reicht nicht aus, um allen Fragen gerecht zu werden – vor allem jenen an unseren Dolmetscher für französische Gebärdensprache, auch in der 45-minütigen Unterrichtseinheit für unsere taube «Patientin», die sich für zwei kurze Szenen vor den Zuhörerinnen und Zuhörern bereitgestellt hatte.