Noch heute gilt, was der griechische Arzt und Philosoph Epiktet vor knapp 2000 Jahren postulierte: Einem Arzt, der nichts verschreibt, zürnen die Kranken und glauben, sie seien von ihm aufgegeben. Im modernen Gesundheitssystem kommt zudem die Befürchtung auf, dass medizinische Leistungen zu Lasten einzelner rationiert werden sollen. Gerade angesichts der rasanten Fortschritte der Medizin herrscht die Überzeugung vor, sämtliche verfügbaren Möglichkeiten müssten immer ausgeschöpft werden. Die Frage, ob diese im individuellen Fall überhaupt angezeigt sind und der Heilung bzw. der Verbesserung der Lebensqualität der Behandelten dienen, wird viel zu selten gestellt.