Politische Einordnung des ­Tarifvorschlages

Dr. med. Jürg Schlup, Präsident der FMH, referiert zur politischen Einordnung des vorliegenden Tarifvorschlages. Jürg Schlup beurteilt den TARMED als ver­altet und sieht aufgrund des bereits zweimaligen Eingreifens des Bundesrates in den TARMED eine stetige Entwicklung zum Amtstarif. In der Presse und in der Politik sind die Gesundheitskosten ein Dauerthema und es stellt sich die Frage, ob man politische Preise oder einen sachgerechten und betriebswirtschaft­lichen Tarif anstreben will. Der Bundesrat will neu in seinem soeben in die Vernehmlassung gegangenen Massnahmenpaket zur Dämpfung der Gesundheitskosten eine Erhöhung der OKP-Kosten gesetzlich korrigieren; diese Korrektur «hat über die Anpassung der Tarife zu erfolgen», und zwar jährlich. Zudem will der Bundesrat eine nationale Organisation zur Pflege der ambulanten Tarife gesetzlich verankern und falls sich die Tarifpartner nicht auf eine solche nationale ambulante Tariforganisation einigen können, diese selber einsetzen. Deshalb muss die Ärzteschaft jetzt einen Vorschlag für eine revidierte Tarifstruktur einbringen, da sonst die Tarif­autonomie endgültig ver­loren geht. Jürg Schlup zieht das Fazit, dass die FMH liefern kann! Dazu haben alle Beteiligten in jahrelanger intensiver Arbeit eine Leistungs­struktur erarbeitet und verhandelt, auf die man stolz sein kann!