Chefarzt Orthopädie

Der Kollege eröffnete das erste Telefongespräch mit ­ReMed mit dem bescheidenen Anliegen, «einfach etwas deponieren zu dürfen». Nach sieben Jahren als Chefarzt eines Regionalspitals ist er mit allen Wassern gewaschen und verfügt über eine robuste Resilienz. Die jüngsten bekanntgegebenen «Umstrukturierungen» am Spital und auf seiner Abteilung lassen ihm jedoch jetzt keine Ruhe – diese betreffen nicht mehr nur ihn selbst, sondern letztlich und am meisten das vulnerabelste Glied – die Patientinnen und Patienten. Ehrlich empört meint der Kollege: «Ich bin jetzt 59 Jahre alt, und ich glaube, ich muss da weg – muss diese Stelle künden. Ich habe unzählige Male als Chefarzt meine eigenen Vorstellungen, Anliegen und Werte beiseitegeschoben und mich damit arrangiert, dass meine Argumente einfach in den Wind geschlagen werden. Diese jüngsten Entwicklungen jetzt kann ich so allerdings nicht mehr akzeptieren: Sie betreffen direkt die Qualität der Behandlung unserer Patienten.»