2010 kam es im Rahmen einer Zwangsrückführung in der Schweiz zu einem tragischen Todesfall. Seither stellt das Staatssekretariat für Migration sicher, dass Fachärzte1 und Gesundheitsfachpersonen die zwangsweisen Rückführungen auf Sonderflügen und wenn nötig auf Linienflügen begleiten. Allerdings fehlte eine klare Definition der Aufgaben und Verantwortlichkeiten aller Akteure. 2013 veröffentlichte die Zentrale Ethikkommission (ZEK) der SAMW deshalb eine Stellungnahme zu den medizinischen Aspekten bei zwangsweisen Rückführungen und forderte einen Systemwechsel (Abkehr vom «fit to fly»). Anlass zur Kritik gab der Druck auf Ärzte, eine medizinische Beurteilung der Transportfähigkeit vorzunehmen, und der dabei ungenügende Informationsfluss zwischen den einzelnen Akteuren. Vor diesem Hintergrund initiierte Bundesrätin Sommaruga 2013 einen Dialog zwischen Behördenvertretern, Mitgliedern der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter und Vertretern der Ärzteschaft.