Vor 25 Jahren beschrieben David Sackett und Kollegen die evidence-based medicine (EBM) als «den gewissenhaften, ausdrücklichen und umsichtigen Gebrauch der aktuell besten Beweise für Entscheidungen in der Versorgung eines individuellen Patienten» [1, 2]. Sie definierten die doppelblinde, prospektive, randomisierte Studie als optimalen Standard. Metaanalysen der besten Studien sollten klare Angaben zur Realisierung angemessener klinischer Verhaltensrichtlinien liefern. Dieser Ansatz aus der klinischen Epidemiologie – einer damals neuen Fachrichtung – trug zur Klärung vieler medizinischer Problemstellungen bei, wie zum Beispiel der Hormontherapie nach der Menopause, der Antikoagulation bei Vorhofflimmern und der Indikation mehrerer chirurgischer Interventionen.