Einmal mehr hat sich das Parlament mit verschiedenen Zulassungskriterien zum Medizinstudium befasst. CVP-Nationalrätin Ruth Humbel forderte in einer Motion (Mo. 15.3687), dass der Bundesrat eine Alternative zum Numerus clausus prüfe und dabei ein Praktikum als Ersatz oder in Ergänzung zu den Tests der intellektuellen Fähigkeiten einführe. Der Nationalrat hatte die Motion mit grossem Mehr gutgeheissen. Der neu gewählte Bundesrat und Arzt Ignazio Cassis hatte sich der Stimme enthalten. Aber auch er forderte 2015 eine Überprüfung des Numerus clausus mit Verweis auf das israelische Modell (Po. 15.3967). Gemeinsam befürworteten beide ein Selektionsverfahren, das neben den kognitiven Fähigkeiten auch Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz für die Zulassung zum Medizinstudium berücksichtigt. Keine Chance hatte die Forderung in der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, welche den Argumenten der Delegierten der Schweizerischen Hochschulkonferenz sowie der Rektorenkonferenz von swissuniversities folgte. Neben föderalistischen Überlegungen führten diese die Kosten von Praktikumsplätzen sowie die Subjektivität der Beurteilungskriterien als Gegenargumente an.