Der Grund, weshalb ich den Kontakt mit ReMed aufnahm, war keine Angststörung, anderweitige psychische Problematik oder Instabilität. Vielmehr wollte ich das Schweigen und Alleine-gelassen-Sein mit meinen täglichen Ängsten und Sorgen als Arzt durchbrechen. Auf meinem langjährigen Berufsweg habe ich beobachtet, dass dieses Phänomen nicht nur mich betrifft. Wenn wir Ärzte etwas nicht wissen, unsicher oder überfordert sind und eigentlich Unterstützung bräuchten, halten wir eine Fassade aufrecht, die vermittelt: Ich habe alles im Griff. Ein fatales Resultat unserer Sozialisierung zum Arzt. Haben Sie schon einmal Ängste von Ärzten gegoogelt? Im Netz kommt es nicht vor. Anstelle dessen erscheinen zahlreiche Treffer zu Ängsten vor Ärzten. Dies widerspiegelt die Aktualität des Tabuthemas anschaulich – und zwar mit reichlich schwarzem Humor.