Der Weg in die Schweiz

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Eine Redensart, die definitiv auf den Werdegang von ­Kathleen Keilwerth zutrifft. Ursprünglich wollte die gebürtige Ostdeutsche als Rechtsmedizinerin oder Chirurgin arbeiten. «Für mein Wahlstudienjahr wählte ich jedoch Psychiatrie als Fachrichtung», erzählt die Ärztin. Deshalb bewarb sie sich als Unterassistentin auf eine freie Stelle in der Klinik Waldhaus in Chur und wurde prompt dafür ausgewählt. «Ich nahm die Stelle mit gemischten Gefühlen an, denn eigentlich wollte ich gar nicht in die Schweiz», erinnert sich Keilwerth. Im Nachhinein entpuppte sich die Stelle jedoch in mehrfacher Hinsicht als Gewinn. «In Deutschland werden den Unterassistenten normalerweise die doofsten Aufgaben zugeteilt», so Kathleen Keilwerth. Ganz anders in Chur. Hier durfte sie als Studentin nicht nur mit auf Oberarztvisite. Ihr wurden auch verantwortungsvolle Aufgaben übertragen. Doch auf Keilwerth wartete noch der Jackpot: «Kurz vor dem Ende meiner Zeit in Chur verliebte ich mich.» Dieser Liebe wegen zog ­Kathleen Keilwerth nach dem Staatsexamen an der Universität Ulm zurück nach Graubünden. Hier absolvierte sie ihre Assistenzzeit und arbeitete danach als Oberärztin im Landesspital Vaduz auf der Inneren Medizin. Auch privat ging es vorwärts. ­Kathleen Keilwerth heiratete und wurde Mutter eines Jungen.