Als ich vor zwanzig Jahren auf einer sehr dünnen beruflichen Eisscholle aus Deutschland nach Zürich trieb, boten mir Kolleginnen und Kollegen, gerade auch höhergestellte, schnell das «Du» an. Das half mir beim Ankommen. Sie taten das aber nicht zuletzt auch mit dem stolzen Hinweis, dass die Hierarchien in der Schweiz eben flacher seien als in Deutschland. Vor allem in den Spitälern, in die damals immer mehr Deutsche kamen. Meine Integration über die Anrede war auch eine Abgrenzung gegenüber «denen» da im Norden.