Ein Aufenthalt in einem Schweizer Spital sei wie in einem Fünfsternhotel, hat mein englischer Bekannter einmal gesagt: schöne Zimmer, feines Essen. Ja, an Infrastruktur und Geld mangelt es bei uns nicht. Wohl aber an Pflegepersonal. Und dies massiv und chronisch. Der Druck auf die Pflege bringt auch ethische Konsequenzen mit sich. Es ergibt sich nämlich eine «stille Triage»: Subjektiv und unkoordiniert wird entschieden, wessen Spitalaufenthalt etwas kürzer als vorgesehen ausfällt oder wer die Station wechselt, damit das Bett frei wird für die nächste Person. Die Triage als solche findet Ärztin und Bioethikerin Samia Hurst von der Universität Genf angesichts begrenzter Ressourcen normal: «Grundsätzlich muss dies aber explizit, transparent und mit entsprechender Begründung geschehen.» Lesen Sie den Hintergrundbericht von Daniel Saraga ab S. 12.