CHUV Die perioperative Versorgung verbessern und Komplikationen reduzieren: Das ist das Ziel von Professor Nicolas Demartines, Generaldirektor des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) und Chefarzt der Abteilung für Viszeralchirurgie. Dank ihm wendet das CHUV seit 2011 als erstes Schweizer Spital innovative Protokolle zur «verbesserten Erholung nach Eingriffen» (ERAS) an. Der Entwickler dieser Protokolle, Professor Henrik Kehlet von der Universität Kopenhagen, wurde kürzlich mit dem BJS Society Award ausgezeichnet. Dieses Regelwerk hat die klinische Praxis in mehreren Bereichen der Chirurgie verändert und weltweit zu besseren Behandlungsergebnissen geführt. «Zu sehen, dass wissenschaftliche Arbeiten dazu führen, dass die Patienten des CHUV und der Schweiz von Verbesserungen profitieren, hat mich angetrieben. Es erschien mir wichtig, dass auf der Grundlage der Physiologie behandelt wird und nicht mit extremen Massnahmen, die Chirurgen historisch aus Angst vor Komplikationen anwandten», sagt Nicolas Demartines. Was macht diese ERAS-Protokolle innovativ? «Sie bekämpfen Dogmen aus dem frühen 20. Jahrhundert wie Nüchternheit vor der Operation, das Legen von zahlreichen Drainagen und Sonden und die strikte Bettruhe», erklärt er.