Als Ärztinnen und Ärzte sind wir stolz darauf, dass unsere Tätigkeit durch eine Berufsethik geprägt ist, die uns eine moralische Autorität verleiht. Die Gesundheit der Patientinnen und Patienten ist das höchste Ziel des medizinischen Handelns. Alles wird unter Achtung der Menschenwürde unternommen. Zu Beginn schwören wir einen Eid und lassen uns von Kodizes, Autonomie und Wohltätigkeit prägen. Unsere Berufsmoral stimmt hier mit dem vorherrschenden gesellschaftlichen Denken überein, das die Freiheit bevorzugt. Die Gesetzestexte (Verfassung, Zivilgesetzbuch, Strafgesetzbuch) sind eindeutig: Freiheit, Autonomie, körperliche Unversehrtheit und informierte Zustimmung der Patientinnen und Patienten sind unantastbar. Sind diese Anweisungen nicht im Eid des Hippokrates und seiner Aktualisierung, der Genfer Erklärung, sowie im Nürnberger Kodex verwurzelt, dessen Abstammung die möglichen Auswüchse aufzeigt?