Dr. med. Reinhard Fischer (1920–2012), der Protagonist der Varizenchirurgie in der Schweiz, sagte einst, dass ihm die besten Ideen im Schlaf kämen. Bei mir ist das eher auf dem Velo oder letzthin im Fnac, jenem französischen Ex Libris, den es auch an ein paar Orten in der Romandie gibt. Da könnte ich stundenlang in den CD-Sammlungen stöbern. Und so bin ich beim Schmökern im Fnac in Lausanne vor ein paar Wochen auf die neue CD «The Who with orchestra live at Wembley» gestossen. The Who (ohne John Entwistle, gestorben 2002, und ohne Keith Moon, gestorben 1978), die legendäre Rockgruppe der 60er, rocken wieder. Das Stadion war zum Bersten voll, Pete Townshend im wehenden Mantel (wie die Bösewichte in «C’era una volta il West» – dem Kultwestern von Sergio Leone), Roger Daltrey ohne die berühmte Löwenmähne von früher. The Who sind zurück, zusammen mit einem grossen Symphonieorchester! Sie spielen ihre alten Stücke, die sie weltberühmt gemacht haben – unterstützt diesmal von Geigen, Cellos, Trompeten, Bass und Harfen und natürlich einem peitschenden Schlagzeug. Es ist bombastisch, es tönt pompös – es ist ein Schwelgen in der eigenen Vergangenheit. Auch andere Rockgruppen haben sich mit einem opulenten Musikmantel umgeben. Steve Hackett (ehemaliges Bandmitglied von Genesis) spielt zum Beispiel mit einem Symphonieorchester die alten Genesis-Songs («Genesis revisited Band and Orchestra live at the Royal Festival Hall» 2018) – und es ist ein genüssliches Klangwerk.