20 Jahre Freizügigkeit mit allen Ländern der EU ist eine Erfolgsgeschichte: Die automatische gegenseitige Anerkennung aller in der EU-Richtlinie aufgeführten Arztdiplome und Facharzttitel garantiert die freie Berufsausübung in ganz Europa und hat der Schweiz geholfen, dringend benötigte Ärztinnen und Ärzte für das Schweizer Gesundheitswesen zu gewinnen. Die Dauer der Weiterbildung und die inhaltlichen Anforderungen der einzelnen Facharzttitel unterscheiden sich zwar von Land zu Land zum Teil massiv. Wie ist es der Schweiz trotzdem gelungen, die Weiterbildungsqualität flächendeckend hochzuhalten? Ein entscheidender Grund sind die Schwerpunkte, welche das SIWF in den letzten 20 Jahren zusammen mit den Fachgesellschaften etabliert hat. Schwerpunkte sind Zusatzweiterbildungen, welche vor allem in operativen Fächern eine notwendige Voraussetzung für die kompetente Berufstätigkeit darstellen (zum Beispiel Facharzttitel Gynäkologie, Schwerpunkt operative Gynäkologie). Dieses über zwei Jahrzehnte bewährte «Schwerpunkt-Modell» zeichnet sich durch zwei entscheidende Vorteile aus: Einerseits ist die Facharztweiterbildung vielfach verkürzt und damit attraktiver geworden und andererseits müssen alle Fachärztinnen und -ärzte die gleichen qualitativ hohen Bedingungen für den Erwerb des Schwerpunktes erfüllen, ungeachtet, ob sie den Facharzttitel in der Schweiz oder im Ausland absolviert haben.