Die operative Behandlung von Knochenbrüchen kommt vor allem bei Frakturen mit Beteiligung von Gelenksflächen sowie bei dislozierten und instabilen Frakturen zum Zuge. Die chirurgische Behandlung beinhaltet in der Regel die Osteosynthese, wobei unterschiedliche Implantate wie beispielsweise Platten oder Nägel zur Stabilisierung des Knochens verwendet werden. Eine klassische Indikation für eine Nagel-Osteosynthese ist der diaphysäre Oberschenkelbruch, wobei jedoch in 20 bis 30% der Fälle eine postoperative Maltorsion (Fehlverdrehung) des Femurs beobachtet wird [2]. Eine der klassischen Indikationen für eine Platten-Osteosynthese ist der Tibiakopfbruch, wobei hier im Langzeitverlauf aber in 16 bis 27% der Fälle eine Bewegungseinschränkung und Achsdeformität beobachtet wird [7, 9, 10]. Diese potenziellen postoperativen Deformitäten in der frontalen Ebene (Varus-/Valgusdeformität), der axialen Ebene (Maltorsion), aber auch in der sagittalen Ebene (Flexions-/Extensionsdeformität) können zu Funktionseinschränkung, Schmerz, Instabilität oder aber schlussendlich auch zur verfrühten Gelenksabnützung (Arthrose) führen. Es scheint daher entscheidend, betroffene Patientinnen und Patienten rechtzeitig zu identifizieren, um diesen noch eine gelenkserhaltende Therapie anbieten zu können – vor Eintreten einer fortgeschrittenen Gelenksabnützung.