Wer im Gesundheitswesen arbeitet, ist täglich mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Überlastung, lange Schichten, fehlende Medikamente: Diese Schwierigkeiten kosten viel Energie. Positives geht in der Wahrnehmung manchmal unter. Wir haben uns für diese letzte Ausgabe im Jahr entschieden, Gutes in den Vordergrund zu rücken, ohne die bestehenden Herausforderungen zu negieren. Nachdem wir letztes Jahr die Hoffnung thematisiert hatten, haben wir dieses Jahr fünf (angehende) Medizinerinnen und Mediziner gefragt, was sie 2023 besonders gefreut hat. Die Antworten reichen von Interprofessionalität über die Motivation der Mitmenschen zur therapeutischen Beziehung. «Immer mehr Gesundheitsfachkräfte erkennen die Vorteile einer interprofessionellen Zusammenarbeit», hält zum Beispiel Hausarzt und Dozent Sven Streit fest. Die Berner Kantonsärztin Barbara Grützmacher wird motiviert davon, mit wie viel Engagement viele Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig sind. Dass die Bevölkerung aufmerksamer wird für die anstehenden Schwierigkeiten, kann ebenfalls ermutigen. FMH-Präsidentin Yvonne Gilli schreibt: «Die zunehmende Aufmerksamkeit für die Probleme der Patientenversorgung und die immer bessere Zusammenarbeit aller Akteure sind erfreuliche Entwicklungen.» Und Paul Hoff, Psychiater und Präsident der Zentralen Ethikkommission der SAMW, erinnert uns an unsere Widerstandsfähigkeit: «Alle Menschen verfügen, unterschiedlich ausgeprägt, über die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen.»